Equi Life Intervention
Gesundheit für Mensch und Pferd

Erfahrungsbericht -
Die intensive Heilkraft der Pferde

- Körperlicher Missbrauch und die männliche Kraft - 

"Die Heilarbeit mit den Pferden war eine sehr interessante und intensive Erfahrung.

Nach der Arbeit mit den Pferden war ich ziemlich erschöpft und verwirrt und habe erst mal 2 Stunden geruht, aber während des Schlafes waren die Pferde und die Gefühle sehr präsent.

Abends bin ich noch auf einen Film " Die Hände meiner Mutter" gestoßen. Der Film hat mich berührt und nochmals tief in das Thema sexueller Missbrauch eintauchen lassen.

Der Ekel und die Übelkeit trat wieder in Erscheinung und ich musste ständig würgen und mich trocken erbrechen. Danach kam der Schmerz und die körperliche Wut und Tränen des Schmerzes und der Verzweiflung.Das Interessante am Abend war, das die Pferde ganz präsent waren und mich unterstützt haben. Auch bin ich mit der schönen starken Verbindung durch eine sehr bewegte Nacht gegangen. Am nächsten Tag war ich immer noch völlig kaputt und die Gefühle des Vortages war im Hintergrund vorhanden und schwingen auch heute noch im Hintergrund mit.

Für mich ist es ein Leben in zwei Welten. Tagsüber arbeite ich auf der Baustelle und bin Chef auf der Baustelle und abends bin ich der verzweifelte kleine Junge. Manchmal bin ich verwirrt deswegen.

Ich fühle mich auch hin- und hergerissen zwischen zwei Realitäten. Die aktuelle Realität, in der ich auf körperlich, geistigen und seelischen Ebene meinem sexuellen Missbrauch begegne und die widersprechende Realität der letzten Jahrzehnte mit meiner Wahrnehmung meines Opas. Das ist verwirrend für mich.

Ich habe auch das Gefühl, dass das Thema sexueller Missbrauch eine so starkes Tabuthema ist, weil es mit Ekel, Scham und Schuld verbunden ist. Ich kann im Augenblick mit niemanden darüber reden, weil ich eine eigene Scham verspüre und ich das Gefühl habe, dass die emotionale Wucht/ Tabuisierung bei sexuellen Missbrauch groß ist und ich es niemanden" zumuten "möchte und ich mich einfach nicht traue, darüber zu reden.

Das zweite Thema die eigene Kraft, Männlichkeit, männliche Macht/Kraft beschäftigt mich auch, aber ist eher mit vielen Fragen und Wahrnehmung behaftet. Schon bei dem Arbeiten mit dem jungen Hengst habe ich gespürt, dass es mir sehr schwer fällt in meine männliche Kraft und in den Ausdruck zu gehen.

Ich spüre eine große Angst mich auszudrücken, mich zu zeigen. Das (UR) Vertrauen fehlt mir, damit dort Kraft fließen kann. Fast mein ganzes Leben lang kontrolliere ich meine Gefühle , weil die Angst so groß ist , etwas falsch zu machen. Es ist das Gefühl, dass ich die eventuelle Ablehnung nicht überleben würde. Diese Angst ist so tief und fest in meinem Körper verankert, dass meine starke Energie nicht fließen kann. Es ist auch eine Angst sich zu öffnen und dann verletzt zu werden. Es ist so ein tiefes Misstrauen in mir . Der kleine Junge ist mir zugewandt, aber will sich nicht öffnen, sondern betrachtet und beobachtet mich voller Interesse und manchmal einem Lächeln. Da muss ich wohl noch vertrauensbildende Handlungen ausführen.

Danke an die Pferde und dem Eli-Hof für die Heilarbeit und tiefe Begegnung mit den Pferden."

August 2017